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                                                      HEIMATVORKOMMEN                                                                                       

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Sequoia sempervirens gedeiht in einem schmalen Küstenstreifen an der Westküste der USA. Von einem kleinen Restvorkommen im südlichsten Zipfel von Oregon erstreckt sich das durch Abholzung zersplittete Vorkommen ca. 720km weit bis zu den Santa Lucia Mountains unterhalb von Monterey in Californien.

   Siehe hierzu die Verbreitungskarte in untenstehendem Link.

                                                                                Karte

 

 

 

                 

                                                                            Redwoods mit Baumfarn im Tertiär - nein in Neuseeland

                                 

 

 

                                                       VORGESCHICHTLICHES VORKOMMEN

In erdgeschichtlicher Zeit war der Küstenmammutbaum in einigen nahe verwandten bis fast identischen Vorgängern bereits weltweit im Tertiar vorhanden. Haupsächlich war er damals ein Bestandteil in Randbereichen des trockenen Moorwaldes auf Waldtorf stehend mit einem Unterwuchs aus kletterfarnen und Palmettopalmen oder in ähnlichen Auewaldstandorten bei Klimabedingungen die  mit Jahresmittelwerten von 16-22°C als subtropisch bis warm temperiert einzustufen sind.

Insbesondere für das Ende des Tertiärs im Miozän, also vor ca. 20 Millionen Jahren gibt es interessante Ausgrabungen mit denen sich mittels Pflanzenresten die damaligen Arten und die Pflanzengesellschaften die sie bildeten rekonstruieren lassen. Die Ausgrabungen von Wischgrund in Brandenburg geben auch über das damalige Vorkommen bei uns Beleg. Das damalige Gebiet ist vergleichbar mit dem Delta eines großen Flußes mit vielen Altarmen aber auch trockenen Arealen dazwischen. Beeindruckend war die damalige Artenfülle mit Arten die man in verwandten Arten heute über die ganze Welt verstreut findet. Allerdings bewegte sich die mittlere Jahrestemperatur auch im Miozän zwischen 16°C und 20°C also fast doppelt so hoch wie heute. Das Argument, daß diverse Arten aufgrund fehlender Rückzugsmöglichkeiten ausgestorben seien ist daher nur bedingt gültig.

                                            cottbus tertiaerwald     

 

In erdgeschichtlicher Zeit war der Küstenmammutbaum in Amerika nicht auf den schmalen Küstenstreifen beschränkt, sondern kam recht weit im Landesinneren vor in einem subtropisch bis tropischen Klima mit relativ gleichmäßig übers Jahr verteilten Niederschlägen von ca. 1600mm. Dieses Klima wurde insgesamt kälter und kontinentaler mit ausgeprägteren Jahreszeiten insbesondere mit der Erhebung der Sierra Nevada. Dies führte dazu daß die Redwoods nur noch im Küstenbereich für sie zuträgliche Bedingungen fanden. Signifikanterweise beschränkt sich dieses Areal auf den Bereich der von starken Küstennebeln beeinflußt wird die die dortige Sommerdürre lindern und somit auf Umwegen wieder für gleichmäßige Ganzjahresfeuchtigkeit sorgen. Für den Gebirgsmammutbaum der in der Sierra Nevada weiter landeinwärts in Höhen von ca. 1700-2200m vorkommt ergibt sich ein ähnliches Bild. Früher ebenfalls mehr landeinwärts vorkommend in demselben ausgeglichenen Klima wie die Redwoods emigrierte er in seine heutigen Groves in denen die Sommerdürre durch Zuflüsse aus der High Sierra die durch dortige Sommergewitter entstehen überbrückbar wird.

In den letzten Eiszeiten blieb in Amerika ein größeres Gebiet an der Westküste eisfrei, das sich teils mit dem heutigen Verbreitungsgebiet der Redwoods deckt.  Zwar sank die Durchschnittstemperatur durch die umgebenden Gletscher stark ab, aber die Redwoods konnten in klimatisch begünstigten Canyons überdauern.     

 

                                                   

                                   Geschichte der Redwoods

                                                                  

 

 

 

 

                                           

                                                             kreisförmige als auch engstehende Wurzelschosse konkurrieren  um das Licht  Fotograf  Norbert Martin         

 

 

 

                                                                                                     HEUTIGES VORKOMMEN

 

Gegenüber der Salzgischt des Meeres unverträglich, beginnen die Bestände erst einige Kilometer entfernt von der Küste. Dieser schmale Streifen entlang des Meeres kann im Extrem bis 55 km ins Landesinnere reichen. Das Hauptvorkommen liegt aber in der Regel nicht weiter als 10 km von der Küste entfernt. Die besten Bestände stocken auf Flußauenterrassen die periodisch überspült werden. Da wo die Boden- und Feuchtigkeitsverhältnisse schlechter werden stellt sich meist ein Mischwald mit Douglasie u. Laubhölzern ein, dem außerdem die Hemlocktanne (Tsuga heterophylla), die Küstentanne (Abies grandis) und der Riesenlebensbaum (Thuja plicata) angehören können. Kleinörtlich können sich weitere Arten zugesellen. Die Niederschläge liegen zwischen 640-3100mm, wobei die allermeisten Bestände deutlich über 1000mm Niederschlag und zusätzlich etliche hundert Millimeter Nebelniederschlag erhalten. Das Klima ist mild mit geringer Schwankung zwischen Sommer und Winter, wobei eine ausgesprochene Sommerdürre auftritt, die allerdings durch die vom Meer hereinkommenden Küstennebel gemildert wird. Diese Küstennebel bewirken eine Herabsetzung der Transpiration als auch Tropfenfall. Außerdem sind die Redwoods in der Lage über Nadeln und Triebe Feuchtigkeit aufzunehmen. Wie sehr die Redwoods für eine adäquate Entwicklung vom Nebel abhängig sind belegt folgende Sondersituation. Am östlichen landeinwärts gelegenen Arealrand gibt es vereinzelte Vorkommen, die vom Küstennebel nicht mehr erreicht werden, wie den Richardson Grove und den Grizzly Creek Grove. Diese Groves sind Überbleibsel einer feuchteren Nacheiszeitperiode die vor ca. 8000-10000 Jahren endete. Ihr Überleben verdanken sie der Tatsache, daß abendliche sich bergab bewegende feuchte Luft in Bergtälern sich fängt, abkühlt und auskondensiert und zusammen mit der Transpirationsfeuchtigkeit der Redwoods den dringend benötigten Nebel bildet. Daß die Redwoods auch ohne diesen speziellen Küstennebel auskommen können und dabei Höhen bis 70m erreichen können beweisen einige ältere Anbauten in Neuseeland. Allerdings fallen hier in einem ozeanischen Klima recht gleichmäßig übers Jahr verteilt um die 1600mm Niederschlag.

 

 

 

           

                                Vom Nebel befeuchtete Nadeln

 

 

 

 

Im trockeneren Landesinnern am östlichen Rand des Vorkommens wachsen die Redwoods inselartig zerstreut in feuchten Mulden und Hängen

 

 

                                                                            

                                                                 

Die absoluten Tiefsttemperaturen fallen nicht unter -10°C während bei uns zumindest in der Vergangenheit mit Tiefstwerten von -20°C und darunter zu rechnen war. Aus dieser Frostempfindlichkeit resultiert die bisher sehr geringe Verbreitung des Küstenmammutbaumes in der BRD. Einige wenige Altexemplare existieren auf der Insel Mainau und anderen Klimaoasen wie Weinheim u. Gleisweiler in der Pfalz.. Ca. 130 - 150 jährige Exemplare haben an genannten Orten Höhen zwischen 20 und 35m erreicht. Diese relativ unspektakuläre Höhenentwicklung ist den hierzulande deutlich ungünstigeren Klimabedingungen geschuldet. An eine Entwicklung wie in Californien wo einzelne Exemplare bis zu 120m Höhe und Stammdurchmesser von mehreren Metern erreichen ist vorerst daher nicht zu denken.Die besten Bestände des Küstenmammutbaumes stocken in der Heimat auf Flussauenterrassen die durch wiederholte Überflutungen ständig weiter aufgebaut werden. Hierbei handelt es sich meist um Reinbestände die durch ihren massiven Dichtstand bei großen Stammdurchmessern beeindrucken. Da wo Boden- und Feuchtigkeitsverhältnisse schlechter werden nimmt auch die Dimension der Bäume ab und der Abstand wird größer.  Der Küstenmammutbaum gedeiht in Seehöhen von 30-750m über NN maximal bis 950m. Jedoch sind diese Standorte mit ähnlichen Höhenlagen bei uns klimatisch nicht vergleichbar. Bevorzugt wird ein leicht saurer Boden von PH 6,5 der im Unterboden durchaus saurer sein darf. Leicht alkalische Reaktion wird vertragen. Tonige Böden als auch oberflächliche Staunässe werden gemieden. Schnee fällt im Heimatgebiet so gut wie gar nicht außer in den höchsten Lagen u. am nördlichsten Verbreitungsrand und auch dort nur minimal. Die Redwoods können sich sowohl durch Aussaat als auch durch Wurzelsprosse vermehren, wobei die letzteren eindeutig überwiegen. Durch dieses Sprouting können sich die Küstenmammutbäume auch in eher ungünstigen Lagen immer wieder regenerieren, bis sich evtl. nach hunderten Jahren doch eine Aussaatmöglichkeit ergibt. Nach Überflutungen und Öffnung der Bestände säaen sich die Redwoods im Schlick oft massenhaft aus und können sich bei günstigen Lichtverhältnissen zu einem neuen Bestand entwickeln. Durch die Konservierung der Redwoodbestände auf diesen Flußauenbereichen findet zur Zeit nur eine mangelhafte Verjüngung statt. Dies könnte zu einem ernsthaften Problem werden, da die Redwoods nach 700-800 Jahren oft ihre Ausschlagfähigkeit verlieren und die Bestände irgendwann unverjüngt zusammenbrechen könnten. Siehe hierzu und zu anderen Fragen untenstehenden Link. 

                                               

                                                                                                       Ökologie und Boden

 

 


                                                                                      

                                                                                            dichter Urwald mit Strauchunterstand und viel Totholz 

 

 

 

 

                                  

                                                     Altbestand mit Wurzelsprossen neben den Stämmen. Im Sommer ausgetrocknete Abbflußrinnen.

 

  

 

 

                                                                                                                         

                                                                               Im Sommer müssen die Redwoods viele Stunden ohne Nebelschutz auskommen                                                      

 

  

 

 

                              

                                                                                                                               Die Säulen des Himmels