Klimaerwärmung

                    

                                                                                                                                                             

                                                                     

                                                                                                          Der Meeresnebel zieht ins Landesinnere

 

 

Da die die Klimaerwärmung ein weltweites Phänomen ist, wird diese auch ihre Auswirkungen auf die Redwoods und deren Vitalität und Arealgebiet haben. Kürzlich wurde eine Langzeitstudie veröffentlicht, nach der die Nebelhäufigkeit im Redwoodgebiet um ca. 30% gegenüber dem Wert vor 100 Jahren zurückgegangen ist. Dies bedeutet vermehrter Wasserstress für die Pflanzen, da das Verbreitungsbebiet der Redwoods fast identisch ist mit der Zone die durch die Seenebel beeinflußt wird. Die Hauptwirkung des Nebels ist die Herabsetzung der Transpiration. Dieser schlägt sich jedoch auch auf den Nadeln nieder und tropft zu Boden wo er von den Wurzeln aufgenommen werden kann. Die Redwoods sind sogar aktiv in der Lage in jedoch bescheidenem Umfang Nebelwasser über ihre Nadeln aufzunehmen. Diese Aufnahme kann bis zu 7% der Gesamtnadelfeuchigkeit ausmachen. Sichtbare Auswirkungen der sinkenden Nebelhäufigkeit sind ein vermehrtes zurücktrocknen der obersten Kronenbereiche der hohen Bäume. Auch die Natürverjüngung könnte beeinträchtigt sein, da sie deutlich schlechtere Umweltbedingungen vorfindet. Siehe folgenden Link.

                                                                                                      

                                                                                                                                  Nebelverringerung

 

Es ergeben jedoch nicht alle kürzlich veröffentlichten Erhebungen ein einheitliches Bild. So wird in einer neuen Studie darauf hingewiesen, daß sowohl Gebirgsmammutbaum als auch Küstenmammutbaum im zurückliegenden Jahrhundert in ihrem Heimatgebiet sogar eine Wuchsbeschleunigung erfahren haben und somit überdurchit docschnittlich viel CO2 festgelegt wurde. Jedoch auch hier ist vorschnelle Euphorie wohl fehl am Platz. Sicherlich haben die zwei Arten hinsichtlich ihrer Gesamtjahresbilanz der Wärme noch Spiel nach oben, was durch einen Blick zurück in erdgeschichtliches Vorkommen untermauert wird, allerdings dürften zu erwartende Extreme etwa im Sommer bei weiter steigenden Temperaturen schnell ein Kippen dieses positiven Szenarios bewirken. Der Zusammenhang der einzelnen Klimafaktoren ist doch sehr fragil. Was, wenn beim Küstenmammutbaum der schützende Nebel im Sommer doch immer weniger wird und was wenn beim Bergmammutbaum die Schneefelder in den Hochlagen abschmelzen. Dann wird es am Ende der sommerlichen Trockenheh sehr eng.

                                             

                                                                                                                               Effekte des Klimawandels

                                                                                            

 

 

 

 

                                                                                              

                                                                                                            Zwei Redwoods Herkunft Kaldenkirchen im Exotenwald Weinheim

 

 

 

 

                                                                                                                                          ANBAUMÖGLICHKEIT IN BRD

 

 

                                                                                     

 

 

Während das Areal im Heimatgebiet schrumpfen wird ergeben sich durch die Klimaerwärmung in der BRD neue Anbaumöglichkeiten für die Art, da einschränkende Eigenschaften wie Frostempfindlichkeit und Schneedruckanfälligkeit an Bedeutung verlieren werden. Allerdings ist die Entwicklung durch unsere ungünstigeren Feuchigkeitsverhälnisse gegenüber der Heimat eingeschränkt. Als Auswirkung der Klimaerwärmung bei uns werden vor allem mildere und regenreichere Winter prognostiziert. Dies würde dem Küstenmammutbaum der unter der Rubrik "Winterregenwälder" einzuordnen ist durchaus entgegenkommen. Mildere Winter würden wie in der Heimat eine Ganzjahresassimilation ermöglichen. Auf  zu lange sommerliche Trockenperioden die ebenfalls vorhergesagt werden ist der Küstenmammutbaum allerdings ohne den heimatlichen Nebelschutz nicht eingestellt und daher in Lagen zu pflanzen wo durch Tiefgründigkeit des Bodens und Wasserzuzug diese zukünftigen Trockenphasen für ihn überbrückbar sind. Nichtsdestotrotz wird es Gebiete bei uns geben, wo sogar vermehrt Niederschläge fallen werden - etwa im Stauraum vor Mittelgebirgen.

Zwar ist der Küstenmammutbaum nicht so unproblematisch einsetzbar wie die Douglasie die in gewisser Weise bereits als Nachfolgerin der Fichte in tiefen Lagen feststeht, jedoch könnte er in luft- und bodenfeuchten Tieflagen die für die Douglasie weniger geeignet sind eine zusätzliche Alternative sein. So beweisen einige forstliche Anbauten im europäischen Ausland daß durchaus in geeigneten Lagen gute Ergebnisse erzielbar sind. Kleinflächige weitere Versuche zur Auslotung des Gedeihens und der Holzqualität wären daher interessant. Zwar rücken z.Z. ebenfalls einige Zedernarten in den Fokus des Interesses, jedoch sind diese keine Alternative auf den wechselfeuchten Standorten auf denen der Küstenmammutbaum noch gedeiht.

Nachdem auch einige einheimische Arten wie z.B. die Esche durch neue Krankheiten bedroht werden und die Laubhölzer wie etwa die Buche und im Spätsommer 2018 auffallend die Linde ebenfalls empfindlich auf lange Dürreperioden während der Vegetationszeit reagieren,  scheint das hiesige Baumartenspektrum im Hinblick auf die kommende Klimaerwärmung doch etwas eingeschränkt. Im Westen der USA haben sich bedingt durch die lange Sommertrockenheit immergrüne Nadelwälder durchgesetzt. Für ein weiteres Beispiel muß man nicht allzuweit gehen. In Frankreich gewinnt die Weißtanne Abies alba da gegenüber der Buche an Dominanz wo in den Mittelgebirgen die Sommertrockenheit zunimmt - ausreichende Gesamtjahresniederschläge natürlich vorausgesetzt. Eine kleine Überraschung, wenn auch vorläufig nur eine Momentaufnahme, sah ich Mitte August 2019 bei uns im Wald auf schwerem Lehmboden in ca. 400m ü. NN. Mächtige japanische Lärchen stehen lebend in einem absterbenden Fichtenbestand von ca. 30-35m Höhe. Eigentlich verlangt die jap. Lärche mehr Boden- u. Luftfeuchtigkeit als die Fichte.

Unter diesen Aspekten scheint ein "Zurück" zu reinen vormittelalterlichen originären Laubholzbeständen zur Bewältigung der kommenden Klimaerwärmung nicht unbedingt zielführend. Chancenreicher, weil angepaßter, scheint ein verzahnter Anbau von standortangepaßten Laub- und Nadelhölzern. Folgt man dieser These, so sollten insbesondere Naturverjüngungen die der angesprochenen Mischung entsprechen gefördert werden bzw. durch rechtzeitige Zupflanzung ein ausgewogenes Artenspektrum hergestellt werden.

 

                                                                 Siehe hierzu auch weitere Einschätzungen

                                                                             Standortverträglichkeit Baumarten

             

                                                                                                 Douglasie Einschätzung 

                                                                      

Außerdem sind die Laubholzarten starken Schwankungen der Nachfrage unterworfen die das wirtschaftliche Ergebnis immer wieder trüben können. Auch die Verwendungsfähigkeit der einzelnen Holzsorten kann sich durch die technische Weiterentwicklung ändern so daß heute eher minderwertige Hölzer zukünftig doch verwendet werden. Auch die Anpflanzung zur Biomassegewinnung dürfte stark zunehmen. Des  weiteren werden hoffentlich bald zumindest teilautonome Aufastungsmaschinen entwickelt die ohne körperlichen Einsatz funktionieren und bei vielen Nadelholzbaumarten den Wert der Stämme entscheident erhöhen könnten.

                                                                       

 

 

                                                                              

                                                                                 Im Hintergrund mittig grüne Eiche mit nebenstehenden laubfärbenden Buchen nach Trockenphase Anfang September 2016   

                                                                                                                 Vordergrund zwei jüngere Hemlocktannen

 

 

 

                                                                           

                                                                                                    Redwood neben Eschentriebsterben

 

 

Nach neueren Erkenntnissen können die Wälder in den zunehmenden Hitzeperioden im Sommer nur noch geringfügig CO2 absorbieren was den Klimawandel noch beschleunigen wird. Für Laubbäume sieht daher die Bilanz deutlich schlechter aus als für Nadelbäume die auch in milden Wintern assimilieren können.

 

Allerdings mahnt eine Studie des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung hinsichtlich zukünftiger Wintermilde zur Vorsicht. Normalerweise wird das arktische Tiefdruckgebiet im Winter von starken Westwinden umkreist, die verhindern, daß die Kälte nach Europa vordringt. Durch die Eisabschmelzung ändern sich jedoch die Luftdruckverhältnisse und Kaltlufteinbrüche werden dadurch häufiger und wahrscheinlicher. Siehe hierzu folgenden Link.

                                                                   

                                                                                                       Arktisschmelze bringt strenge Winter

 

Auch die sich anbahnende Änderung der Umlaufstellung der Erde zur Sonne die an sich eine Abkühlung der Erde bis möglicherweise sogar zu einer neuen Eiszeit zur Folge haben würde wird nach Ansicht der Wissentschaftler durch den CO2 Anstieg weit überkompensiert. Es ändert sich also nichts am Szenario der prognostizierten Klimaerwärmung. Gelegentliche Kälteeinbrüche sind aber nicht ausgeschlossen.

 

                                                                                                                             Keine Eiszeit mehr

                                                                                     

Bedingt durch milde Winter wird die Überlebensrate vieler Schädlinge steigen bzw. werden einige neue durch höhere Temperaturen dazukommen. Der kaum vorhandene Befall des Küstenmammutbaumes bedingt durch Tanningehalt der Benadelung und des Holzes durch Forstschädlinge ist unter diesem Aspekt ein großes Positivum. Gelegentlich tritt allerdings Stammfäule auf.

 

                                                                                    

 

 

                                                                                                                                              KLIMAÄNDERUNG IM HEIMATGEBIET

 

 

 

                                                                                      

                                                                                                                                                  Nebel durchzieht Redwoodbestand mit dichtem Unterwuchs                                                                                                            

 

 

Eine andere Studie die vor allem die deutlich wärmere Periode ab 1970 abdeckt  kommt zu einem eher gegenläufigeren Ergebnis. Durch die Klimaerwärmung soll der Gegensatz zwischen kaltem Meer und  wärmeren Landmassen erhöht werden, was dazu führen soll daß vermehrt kühlere Meeresluft in die auch bisher von maritimer Luft geprägten Gebiete einfließt. Siehe folgenden Link.

 

                                                                                                                                                              Doch mehr Nebel? 

                                                                                            

 

Offensichtlich deuten weitere Erhebungen darauf hin, daß zumindest kurzfristig das Redwoodgebiet vorerst nur eine leichteTemperaturmilderung im Winter aufweist. Die Änderung der Winterhärtezonierung fällt im Küstenstreifen der Redwoods eher bescheiden aus, während jedoch in den meisten angrenzenden Gebieten eine deutliche Verschiebung in wärmere Winterhärtezonen erfolgte. Siehe folgenden Link.

                                                                                               
                                                                                                                                                                                        
Änderung der Winterhärtezonen USA

                                                                                         

                                                                              

 

                                                                                  

                                                                                         Am südlichen Arealrand wachsen die Redwoods in einer mediteranen Umgebung lediglich in feuchteren Lagen                                  

 

 

 

                                                                                 

                                                                                         In den südlicheren Gebieten sind die Redwoods öfters Trockenstress ausgesetzt und erinnern teils im Habitus an Lärchen

 

                                

Für die Auswirkung der globalen Klimaerwärmung auf das Gebiet der Redwoods gibt es verschiedene Klimamodelle. Diese fußen bei dem B1 Szenario darauf daß in großem Umfang regenerative Energien eingesetzt werden. Bei dem A2 Szenario wird von einer Entwicklung ausgegangen, die dem bisherigen  Trend der Energiegewinnung entspricht. Selbst im schlimmsten Fall bleiben im Kerngebiet um Eureka noch Refugien übrig die sich mit dem heutigen Verbreitungsgebiet decken. Diese Gebiete unter besonderen Schutz zu stellen ist das Anliegen der Save the Redwood League. Starke Gebietsverluste stehen im südlichen Verbreitungsgebiet zur Erwartung, jedoch auch der bisherige nördliche Rand schrumpft. Allerdings könnten weitere kleinere Gebiete im südlichen und zentralen Oregon hinzukommen, je nach klimaszenario.  Wichtig wäre es aber auch einen repräsentativen Genpool der Gebiete zu erhalten, die im Zug der Klimaerwärmung verschwinden werden. Insbesondere ist  hier an das Gebiet des bisherigen nördlichen Arealrandes und einige weitere meerferne im Inland gelegene Vorkommen zu denken. Da diese Lagen etwas winterkälter sind sind sie für uns in  Deutschland besonders interessant.


                                                                              

 

                                                                                                                           Änderung des Verbreitungsgebietes

                                                                                                                            Klimaeinfluss auf Wachstum


 

Hinsichtlich der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Arealverschiebung sei hier auf ein Projekt einiger amerikanischer Baumfreunde hingewiesen, die speziell alte Baumveteranen verschiedener Arten vermehren auch die Mammutbaumarten. Es wurden besonders bekannte und große Mammutbäume vegetativ vermehrt und diese bei Port Orford an der Küste von Oregon ausgepflanzt. Für Redwoods ist dies sicherlich ein geeignetes neues Heimatgebiet da ähnlich nebelig und regenreich wie am Heimatstandort. Für Gebirgsmammutbäume darf man leichte Zweifel anmelden. Als Gebirgsbaum der Sierra Nevada in Höhenlagen um 2000m wachsend wäre es evtl. eine Option gewesen nach weiteren feuchten Hanglagen in diesem Gebiet Ausschau zu halten.

                                                                         

                                                                                                                   Weitere Verbreitung durch Klonprojekt