Ergebnisse eines forstlichen Anbauversuchs über 40 Jahre an einem Standort in Deutschland
EINLEITUNG
Während für den Gebirgsmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) eine weit zurückliegende Anbauerfahrung in Deutschland vorliegt, ist dies für den Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) nicht gegeben. Ursache ist die Frostempfindlichkeit. Es gibt zwar einige Altbäume an sog. Klimaoasen in Parks - ein Anbau unter Waldbedingungen begann aber erst ab 1952, initiiert durch die Eheleute Martin im milden Westen der BRD dem einige einzelne Versuche an weiteren wintermilden Standorten im Staatsforst folgten.
Ab 1980 ergab sich die Möglichkeit im vergleichsweise kälteren Bereich des Vorlandes der Schwäbischen Alb im Neckarbereich einige kleinere Anbauversuche mit unterschiedlichen Herkünften des Küstenmammutbaumes durchzuführen. Diese Anbauten entstanden aus mitgebrachtem Saatgut einer Exkursion 1979 in Nordwestamerika und Bezug von weiteren Pflanzen von anderen Gehölzliebhabern. Wert wurde auf eine Herkunftsangabe der Pflanzen gelegt. Aus dieser Grundsubstanz von Redwood-Pflanzen wurden laufend Plus-Exemplare ausgewählt und vegetativ vermehrt, deren weitere Eignung aber immer wieder mal auch revidiert werden mußte. Ziel war ursprünglich hauptsächlich herauszufinden ob sich außer der bekannten Selektion des Ehepaares Martin mit der Sequioafarm weitere ähnlich bedingt winterharte Pflanzen finden lassen, die unter forstlichen Bedingungen überleben können - zumindest in wintermilden Lagen in Deutschland. Die folgenden Anbauten sind daher auf diesen Aspekt ausgerichtet und nicht auf eine Nutzholzerzeugung, da die Pflanzabstände aufgrund wenig verfügbarer Pflanzen recht weit gewählt wurden. Allerdings sind einige Anpflanzunen auch unter forstlichen Gesichtspunkten erfolgt. Angesichts der weiteren Klimaerwärmung seit 1980 ist in milderen Lagen in Deutschland die Frosthärte kein wirkliches Problem mehr - die Verwendung selektierter vegetativ vermehrter Pflanzen aber sicher hilfreich, da sie besser akklimatisiert scheinen. Ziel war es also vorerst eine Grundsubstanz an Redwoodpflanzen zu finden und zu testen, die hier klimatisch klarkommen und deren mögliche Einfügung in die hier gegebene Waldsituation zu testen. Aufgrund seiner großen Schnellwüchsigkeit und seiner Schattentoleranz, die im Heimatgebiet etwas höher eingestuft wird als die der Douglasie, ist eine Vergesellschaftung mit hier vorhandenen Arten kein größeres Problem. Allerdings ist noch unklar ob die hier erzeugte Holzgüte für einen wirtschaftlichen Anbau ausreicht. Sollte aber zukünftig doch Interesse am schnellwüchsigen Redwood bestehen, so steht bereits jetzt in Unterensingen ein recht reichhaltiges Spektrum an angepassten Individuen bereit - im Gegensatz zu anderen Anpflanzungen in Deutschland - die jederzeit per Meristemvermehrung genutzt werden können.
Auffallend ist das sehr starke Jugendwachstum der Art, das im Gegensatz zum langsam startenden Gebirgsmammutbaum steht. Einschränkungen ergeben sich jedoch, wie bereits gesagt, durch eine relativ hohe Frostempfindlichkeit und eine anfänglich ebenfalls hohe Empfindlichkeit gegen Schneedruck bzw. gegen orkanartige Winde. Beide Nachteile können aber gemildert werden, wenn Aussaaten nach besseren Pflanzen durchsucht werden und diese folgend vegetativ vermehrt werden. Ursächlich für die anfängliche Instabilität der jüngeren Pflanzen ist das weiche Holz bei sehr schnellem Höhenwachstum und ungenügendem Dickenwachstum. Verschärft wird dies noch bei einzelnen Pflanzen wahrscheinlich durch Benagung von Mäusen im Bodenbereich. Dies führt wohl dazu, daß die untersten ca. 40cm unnormal dünn bleiben, während anschließend nach oben die Stämmchen dicker sind.
Generell ist es daher nötig die Pflanzen ca. die ersten 5 Anbaujahre nach Auspflanzung zu stäben, was recht arbeitsintensiv ist. Besser scheint es die Pflanzen in der Baumschule zusätzlich 2 Jahre länger stehen zu lassen und zu beschneiden auf ca. 80cm Höhe und so stämmiger zu erziehen. Dies ist kein Problem, da der Küstenmammutbaum genauso ausschlagfähig ist wie die Eibe (Taxus baccata). So gezogene Pflanzen hatten kaum Standsicherheitsprobleme! Allgemein sollten diese Einschränkungen aber im Zuge der fortschreitenden Klimaerwärmung an Bedeutung verlieren. Offenbar nimmt die Standfestigkeit bei wärmerem Klima zu!
Im Gegenzug ist der Küstenmammutbaum aber weitgehend resistent gegenüber dem Hallimasch-Pilz und dem Borkenkäfer, die ansonsten zahlreichen fremdländischen Gehölzen zusetzen. Unterensingen als Versuchsort kann als Weinbaurandlage bezeichnet werden. In Süddeutschland sollten aber Lagen über 400m ü. NN. aufgrund von Frost und Schneedruck gemieden werden. Für den Anbau geeignet sind absonnige Hänge in luftfeuchter Lage mit frisch-feuchter Wasserversorgung, bei zumindest mittlerer Tiefgründigkeit. Der Küstenmammutbaum profitiert hier davon über die Nadeln in beschränktem Umfang Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Dies kann bedeutsam sein, da er z.B. über nächtliche Tauaufnahme sommerliche Trockenperioden besser überstehen kann. Zudem können insbesondere ältere Bäume im Stamm Wasser speichern. Am liebsten wächst der Küstenmammutbaum auf leicht sauren milden bis schweren Lehmböden. Leicht alkalischer Boden wird aber noch vertragen. Redwood kann als 40-80cm hoher Sämling oder Stecklingspflanze im Frühjahr wurzelnackt gepflanzt werden - wenn in folgenden Trockenperioden eine Bewässerungsmöglichkeit besteht. Im Herbst sollte keine derartige Pflanzung erfolgen, da die Pflanzen vor dem Frost meist nicht ausreichend einwurzeln. Containerpflanzen wachsen besser an und können auch im frühen Herbst gesetzt werden. Für den forstlichen Anbau scheint ein Pflanzverband von 3x3m ein guter Kompromiss zwischen zu eng und zu weit zu sein.
Zwar ist das Heimatgebiet der Redwoods weitgehend klimatisch indifferent - es scheinen aber küstennahe Herkünfte nördlich von San Franzisko beginnend, aufgrund leicht kälterer Wuchsbedingungen und höherer Genvarianz, am geeignetsten. Auch Herkünfte aus dem nördlichsten und höchsten Vorkommen sind weder deutlich winterhärter noch schneedruckfester. Die Pflanzen sind eher durch späte Fröste ab Ende Februar gefährdet - sogenannte Spätfröste. Spätfröste kommen aber im Heimatgebiet in höheren Lagen kaum vor. Dies ist eher in Tieflagen üblich, so daß Tieflagenherkünfte aus dem Küstenbereich durchaus geeignet sind. Ob bläulichere Exemplare, wie sie z.B. in der ca. 800m hoch gelegenen Herkunft French Hill Road am Nordrand von Californien, ca. 25km landeinwärts gelegen, evtl. trockenheitsverträglicher sind, bleibt abzuwarten. Obwohl sich also beim Küstenmammutbaum keine besonders geeigneten Provenienzen aufgrund recht gleicher klimatischer Bedingungen im Heimatgebiet finden lassen, ist die Genvarianz über das Verbreitungsgebiet hinweg doch erheblich. Die Pflanzen unterscheiden sich in zahlreichen Merkmalen, wie Nadellänge, Nadelfarbe und Habitus. Es bietet sich also an, durch vegetative Vermehrung nicht nur eine evtl. erhöhte Frostresistenz zu erhalten, sondern auch gewünschte Habitusmerkmale wie z.B. lockerer feinastiger Wuchs, die sich für forstliche Anbauten anbieten.
In isolierten Wuchsinseln am nördlichen Arealrand in Oregon ist mit steigendem Inzuchteffekt zu rechnen, ebenso am östlichen Arealrand. Dies schließt jedoch nicht aus, daß dort ebenfalls in Aussaaten brauchbare Exemplare zu finden sind. Dieser Inzuchteffekt ist bei Redwood sehr bedeutsam und kann zu erheblichen Wuchseinschränkungen, schlechtem Habitus mit Verzwieselungsneigung und mangelnder Frostresistenz führen. Wenig nachvollziehbar scheint es zudem, Beurteilungen von Redwood auf immer den gleichen alten bekannten Herkünften, hier speziell der bekannten Herkunft Kaldenkirchen zu gründen, die in zwei bis drei Klonen im Umlauf ist. Es darf erwähnt werden, daß in Unterensingen ein relativ großes Spektrum an Aussaaten als auch an vegetativ vermehrten Redwoods existiert, während z.B. in Weinheim und Wuppertal/Burgholz das keineswegs so ist!
Bemerkenswert ist daß sich der Küstenmammutbaum in Anbauten in Europa und den vereinzelten Vorkommen in der BRD als langlebig, also klimastabil erwiesen hat, sofern man ihm die zusagenden standörtlichen Grundbedingungen zuweist.
Eignung als Forstbaum
Wenn auch der Küstenmammutbaum vorerst in seiner Eignung als Forstbaum weiterhin noch beobachtet werden muß, sind die ersten Ergebnisse doch ermutigend. Die Holzeigenschaften der viele Jahrhunderte alten Redwoods im Heimatgebiet, mit Jahrringbreiten von 2-3mm, können bei uns allerdings nicht erzeugt werden. Die Jahrringbreiten bei dem Second Growth in den USA liegen nach Messungen an gefällten älteren ca. 80 jährigen Redwoods bei 12mm bei dominanten Bäumen und ca. 6mm bei zwischenständigen Bäumen. Dies dürfte nach unveröffentlichten Messungen in etwa mit den Anbauten in Wuppertal/Burgholz übereinstimmen, das ähnliche Niederschläge hat wie am Heimatstandort.
In Unterensingen wurde an repräsentativen Bäumen eine Messung in 2025 an Redwoods im Standalter von 25 bis 42 Jahren in 1,3m Höhe vorgenommen. Da an stehenden Bäumen gemessen wurde wurde beim Radius 10% Rinde abgezogen. Hierbei fanden sich Werte bei stark vorwüchsigen Exemplaren von 8,5mm bis 6,5mm bei weniger Vorwüchsigen. Werte von ca. 5mm bei zwischenzeitlich hart bedrängten, aber wüchsigen Bäumen im Laubmischwald. Eine sehr weitständig mit ca. 4,2m Abstand begründete Pflanzung hatte sogar im Alter 13 Jahrringbreiten von 12mm! Es muß hier aber nochmals darauf hingewiesen werden, daß lediglich ein kleiner Bestand im Verband 3x3m begründet wurde - und die Anderen bis 4,5m.
In den USA werden Parkbäume und andere freistehende Redwoods aufgrund ihrer weiten Jahrringe nicht als Nutzholz verwendet. Diese Nachzuchten in den USA, die als Second Growth bezeichnet werden, entspringen in der Regel Stock- oder Wurzelausschlägen und sind da sie auf ein bestehendes Wurzelsystem zurückgreifen können deutlich schnellwüchsiger als Ansaaten bzw. der Old Growth.
Der Second Growth aus Neuseeland ist aufgrund sehr guter Wuchsbedingungen noch schnellwüchsiger! Ein älterer Anbau in Neuseeland im Kinleith Forest liefert allerdings interessante Werte, wobei die Bedingungen in Teilen Neuseelands noch günstiger als in den USA sind. Der Bestand ist 71 Jahre alt und hat 550 Stämme/ha, was einem durchschnittlichen Abstand von 4,2m entspricht. Die mittlere Höhe ist 44,9m und der mittlere BHD 59,1cm, wobei einige der stärksten Stämme mit BHD 94,7cm im weiteren Vergleich der Holzqualität mit zwei jüngeren Herkünften aus Neuseeland vergleichen wurden. Bei den erwähnten stärksten Stämmen errechnet sich dann eine Jahrringbreite von ca. 0,6cm. Man darf allerdings davon ausgehen, daß auch dieser Bestand, wie auch in den USA im Engverband von ca. 2x2m begründet wurde. Im Kontrast sind die Versuche in Unterensingen hier teils viel zu weitständig!
Es ist daher darauf zu achten, keinen zu großen Standraum zu geben! Eigentlich müßte man den Pflanzverband wie früher mit Fichte anlegen und sukzessive durchforsten. Vermutlich ist aber in Lagen wie in Unterensingen mit relativ bescheidenem Niederschlag ein leicht größerer Pflanzabstand angesagt bzw. ermöglichen unsere höheren Sommeniederschläge zumindest in der Jugendphase ein stärkeres Dickenwachstum. Wie beschrieben sollte eine starke Vorwüchsigkeit vermieden werden. Die Einmischung im Laubmischwald scheint das Dickenwachstum recht gut in Schach zu halten – bedarf aber notwendiger Wuchsregulierung. Inwiefern Redwood im Reinbestand einen dichten Verband dauerhaft verträgt, bei nur moderaten Niederschlägen, ist noch unklar. Es könnten sich z.B. schachbrettartige Pflanzungen eignen von ca. 30m Seitenlänge abwechselnd mit anderen schnellwüchsigen Arten, die keine große Vorwüchsigkeit zulassen, aber eine aufwändige Einzelmischung vermeiden. Denkbar wäre als Partner insbesondere die Douglasie, Hybridlärche oder andere Geeignete.
Es ist davon auszugehen, daß auch bei uns die Jahrringbreiten mit zunehmender Sommertrockenheit, bei steigendem Baumalter, deutlich geringer werden. Das beschleunigte Jugendwachstum vieler Arten aus Nordwestamerika bei uns hat seine Ursache in den bisherigen gleichmäßigeren Sommerniederschlägen in Deutschland, ohne eine ausgeprägte Trockenperiode im Sommer. Der Gesamtniederschlag des Jahres ist aber in den USA meist deutlich höher. Das heißt nach ein paar Jahrzehnten im Dickungsstadium tritt bei uns bei den dann größeren Bäumen schon wieder Wasserknappheit auf. Geht man beim Küstenmammutbaum auch bei uns von einer Standzeit von ca. 80 bis hundert Jahren aus, oder sogar länger, so sollte die Jahrringbreite bei normal dichtem Stand mit zunehmender Trockenheit auf vertretbare Werte zurück gehen.
Die natürliche Astreinigung findet kaum statt und eine Aufastung ist daher zu empfehlen. Die Aufastung scheint sogar wichtiger als relativ weite Jahrringe. Manuell ist diese aber sehr aufwändig. Es ist zu hoffen, daß hier bald preiswerte und leicht zu handhabende mechanische Aufastungsgeräte zur Verfügung stehen, was auch für andere Baumarten hilfreich wäre. Für Anwendungen ohne große mechanische Belastungen ist das schön gemaserte Holz aber geeignet, wobei nur das Kernholz dauerhafter ist und daher kurze Umtriebszeiten nicht angeraten erscheinen. Die Holzqualität entspricht in etwa den Qualitäten, die auch in den USA mit Nachbauten, dem sog. Second Growth, erzielt werden. Für den Außenbereich muß das Second Growth Holz geschützt werden - ist also eher für den Innenausbau geeignet. Das Second Growth Holz wird vorwiegend aus den USA und Neuseeland nach Europa importiert. Nach Untersuchungen scheint es im Außenbereich geeignet – sofern kein Kontakt zum Boden besteht. Old Growth Holz ist kaum noch verfügbar. Weiterhin ist zu bedenken, daß sich bei steigender Rohstoffknappheit auch die technische Holzveredelung rasant weiter entwickeln und in 80 bis 100 Jahren ein völlig anderes Niveau haben wird. Z.B. wird Second Growth in den USA als Laminat verwendet und wird durch Behandlung so hart wie Old Growth.
Auf jeden Fall eignet sich der Küstenmammutbaum im Klimawandel aufgrund hoher Massenleistung und Langlebigkeit sehr gut zur Festlegung von CO2. Diese CO2-Festlegung zur Abmilderung des Klimawandels erhält eine immer größere Bedeutung gegenüber der rein wirtschaftlichen Nutzung des Waldes und wird finanziell immer attraktiver werden. Das heißt in dem Fall, daß Waldbestände aus der Nutzung genommen werden und so kein CO2 bei der Weiterverarbeitung frei werden kann. Das oft angeführte Argument, daß das Holz verbaut wird und so aus dem Kreislauf genommen wird stimmt allerdings nur zum Teil. Es bleibt ca. 50% der Biomasse bei der Ernte im Wald liegen, wobei auch der CO2-Verbrauch bei der Verarbeitung und dem Transport zu rechnen ist.
Da Redwood erst mit mit zunehmendem Alter verstärkt fäulnishemmende Stoffe im Kernholz einlagert und dieses erst bei älteren Stämmen einen größeren Umfang an nimmt, käme eine lange Standzeit als positiver Nebeneffekt dazu. Weiterhin ist zu bedenken, daß mit steigender Klimaerwärmung auch die Gefahr durch Schädlinge, insbesondere den Borkenkäfern, auch für einheimische Arten enorm steigen wird und der relativ resistente Küstenmammutbaum hier klar im Vorteil ist.
Die Douglasie wird zur Zeit stark favorisiert gegenüber der Fichte, ist jedoch für feuchte Lagen nicht geeignet. Weiterhin ist zu bedenken, daß auch sie aus dem kühlfeuchten amerikanischen Nordwesten, hauptsächlich aus Nordkalifornien, Oregon und dem Staat Washington stammt. Aus diesen Gebieten beziehen wir unser Saatgut. Nach ersten Einschätzungen kann sie dem Klimawandel auch nur temporär standhalten. Zwar ist die Douglasie der Fichte bei der Wasseraufnahme deutlich überlegen und daher trockenresistenter - dafür lässt sie aber kaum Sickerwasser in tiefere Schichten nach unten durch! Größere Reinbestände sind daher problematisch. Redwood geht mit seinem Verbreitungsgebiet bis nach Südkalifornien, sofern er dort die notwendige Luft- u. Bodenfeuchtigkeit findet. Die Nadelfarbe wird wohl im extremen Süden bläulicher - wohl ein Schutz gegen die größere Hitze. Es gibt also bei den meisten Arten Licht und Schatten. Da der Klimawandel eine längere Vegetationszeit und mildere Winter, die evtl. genügend feucht bleiben bewirkt, wäre ein größere Palette an angepassten Nadelhölzern sehr wichtig. Auf geeigneten Standorten hat der schnellwüchsige Küstenmammutbaum auch in Deutschland bereits Höhen zwischen 35 und 40m erreicht. Was nützt andererseits eine Baumart mit besten Holzeigenschaften, wenn sie aufgrund von speziellen Ansprüchen und Konkurrenzschwäche in den vorhandenen Mischwald nicht integrierbar ist.
Entsprechend den dargelegten Standortwünschen kann der Küstenmammutbaum ansonsten kleinflächig angepflanzt werden bzw. als attraktiver Forstbaum entlang von viel begangenen Wegen im stadtnahen Erholungswald. Da Abholzungen in diesen Bereichen bei Waldbesuchern immer mehr auf Kritik stoßen, könnte der attraktive Küstenmammutbaum mit anderen langlebigen Forstgehölzen hier zur Vorblendung einen Saum bilden. Ansonsten ist er mit vielen anderen Baumarten mischbar, jedoch müssen starke Bedränger wie schnell startende Pioniergehölze entfernt werden. Für eine Anpflanzung innerhalb der Bebauung eignet er sich aufgrund seiner auch bei uns erreichbaren Dimension weniger.